Zugegeben, viele denken dass Mark Driscoll ein arroganter Mistkerl ist. Ich kann das überhaupt nicht verstehen. Ich liebe diesen Mann. Oder vielleicht liegt es daran, dass er mir dieses Buch gratis geschickt hat. Nee, es liegt wohl eher daran dass er auch Probleme hat, seine Klappe zu halten wie ich.
Spaß beiseite, dieses vor kurzem erschienene Buch ist für mich wirklich der Knaller des Jahres geworden. Confessions of a Reformissio Rev ist quasi ein Rettungsring für mich geworden, oft gefrustet mit der Christenheit und mit mir selbst. Es ist gut zu lesen, dass man da in dem Kampf nicht allein ist. In diesem Buch beschreibt Mark Driscoll von der Mars Hill Church in Seattle (und seit neustem auch Blogger) das explosive Wachstum seiner Gemeinde. Faszinierend finde ich seine, hört hört, Demut in diesem Buch. Die Gemeinde ist gewachsen, trotz seiner Fehler (z. B. dem Schimpfen auf der Kanzel und in dieser Zeit nicht mehr tolerierten Männlichkeit). Und dies in einer der „unchristlichsten“ und Familien-unfreundlichsten Städten in den USA wie Seattle, der Geburtsstadt von Nirvana, Pearl Jam und dem Grunge. Eine Stadt, die mehr Hunde als Kinder hat. Faszinierend. Die Gemeinde geht nun auf 10.000 Besucher zu, sie ist einer der einflussreichsten Gemeinden in Amerika und ist im Gegenteil zu Gemeinden wie Willow Creek nicht nur schneller gewachsen als diese, sondern auch ohne Show oder Saddleback Sam. Und, nicht vergessen, trotz Mark Driscoll.
Eines Nachts ruft ihn ein junger Mann an: „Ich habe gerade masturbiert.“
„Was, nur das?“
„Ja!“ antwortete er. „Heute Abend habe ich ein Porno geschaut und masturbiert.“
„Ist der Porno vorbei?“ fragte ich.
„Ja“ sagte er.
„War es ein guter Porno?“ fragte ich.
Keine Antwort.
„Komm schon. Du hast den Porno schon gesehen und an deinem Werkzeug rumgespielt, was soll ich denn für dich tun?“
„Ich weiß es nicht. Du bist mein Pastor. Vielleicht könntest du für mich beten.“
Ehrlich gesagt wollte ich nicht beten. Also sagte ich das, was mir in den Kopf fiel: „Jesus, danke dass du ihn nicht getötet hast, weil er ein Perversling ist. Amen“
„Also gut,“ sagte ich zu ihm „du solltest dich jetzt schlafen legen. Rufe mich heute Nacht nicht mehr an. Du machst mich wütend.“
„Aber was soll ich denn jetzt machen?“ fragte er
„Du solltest aufhören, dir Pornos reinzuziehen und danach zu heulen. Werde erwachsen, alter. Ich habe keine Zeit bei dir jetzt Seelsorge zu machen, also musst du jetzt ein Mann sein und das selbst regeln. Es ist gut, dir eine nackte Frau anzuschauen. Also besorge dir einen Job, besorge dir eine Frau, mache sie nackt und schaue sie an. Ok?“ sagte ich.
„Ok, danke, Pastor Mark“
Das ist Mark Driscoll. Er ist sicherlich kein Gemeindekind wie der Rest von uns. Mich fasziniert seine Liebe zu Jesus und seine Leidenschaft und Unkompromissheit für ihn. Er berichtet in diesem Buch über die Anfangszeit von Emergent (der Club von McLaren usw.) und der Grund, warum er nicht mehr bleiben konnte. Er schreibt über Saddleback Church, seine Bedenken aber auch seine Bewunderung. Driscoll hat eine Sicht für die Welt. Er findet Hausgemeinden blöd, hat keine Angst manche Ideen von Frost & Hirsch zu kritisieren.
Ok, Driscoll liebt das Evangelium mehr als Menschen. Aber im heutigen Christentum der USA, wo man Menschen mehr liebt als das Evangelium, finde ich das verständlich. Er kennt seine Fehler, kennt seine Grenzen – und vor allem kennt er seinen Jesus.
Dieses Buch wird sicherlich von keinem deutschen Verleger übersetzt, das wäre provokativer und skandalöser als die Volxbibel. Aber ich bin dankbar für dieses Buch und werde es jedem in die Hand drücken, der wirklich die nackte Realität des Dienstes erfahren will.
Habe vor einigen Wochen das Buch von Kester Brewin im Briefkasten erhalten,
Lese gerade Lee Strobels The Case for a Creator, den es bereits auch schon 


Doug Pagitt war so freundlich, mir vor einigen Wochen ein Exemplar seines neuen Buches Preaching Re-Imagined zu schicken. Er wollte anscheinend, dass ich in Deutschland ein bißchen Werbung dafür mache. Ich persönlich fand das Buch interessant, werde in den nächsten Tagen einiges dazu sagen. Hat es sonst jemand von euch schon gelesen?

