Schaut mal, wer sich wieder mal traditionsgemäß zu Wort meldet: Wolfgang Bühne. (Hat Tip: Pfaffe3000)Dieses Mal nicht über Charismatiker oder böse Willow-Creeker, sondern über Dan Kimballs Die Emerging Church. Ich habe es schon einmal gesagt und sage es nocheinmal: ich halte Wolfang Bühne für einen der gefährlichsten Christen in Deutschland. Viele Gemeinden gingen in Streit auf – oder wurden gespaltet – aufgrund seiner „Streit“schriften. Äußerlich bibeltreu und demütig, innerlich spaltend und nicht der Wahrheit dienend. Naja, zum Glück checken lernen viele Gemeindeleiter, ihn einfach zu ignorieren. Mir aber fällts ein bißchen schwerer
Hier könnt ihr seinen vierseitigen Artikel finden:bühne.pdf. Nun meine Kritik seiner Kritik:
Bühne: Christentum ist innerlich – nicht äußerlich
Weil in der Postmoderne angeblich Erfahrungen, Gefühle und Atmosphäre bestimmend sind, bekommt die Ästhetik einen besonderen Stellenwert und damit wird das Christentum wieder zu
etwas Äußerlichem, Sinnfälligem umgedeutet, was eine umkehrung biblischen Christentums bedeutet.
Hier folgt Bühne dem modernen und gnostischen Vorbild: die strikte Trennung des Menschen in zwei Wesen: der innerliche Mensch und der äußerliche Mensch. Gottesdienst ist nur innerlich, hat das Jesus nicht selbst gesagt (Anbetung im Geist)?
Nun vertritt W. Bühne einen Dualismus, den er selbst nicht einhält. Schönheit ist etwas Gott geschaffenes. Wenn Äußerlichkeiten gefährlich und unbiblisch sind: warum sind Buchcover seiner Bücher bei CLV bunt und (oft) äußerlich ansprechend? Wegen der Ästhetik! Weil Äußerlichkeiten wichtig sind. Das glaubt sogar Wolfang Bühne selbst.
Bühne: Eine Gemeinde – ein Gottesdienst
Weil zu befürchten ist, dass durch die neuen Gottesdienstformen Streit und Spaltungen hervorgerufen werden können, wird in solchen Fällen empfohlen, Tochtergemeinden „mit einer neuen Philosophie und einer neuen Kultur“ (S. 103) zu gründen. Diese Empfehlung erstaunt, weil an anderer Stelle auf die Bereicherung durch den Austausch und das Miteinander zwischen der alten und jungen Generation hingewiesen wurde.
Bühne argumentiert sehr subjektiv, kurz und platt. Später geht er darauf zu sprechen, dass diese Praxis (mehrere Gottesdienste zu veranstalten) weder im Alten noch im Neuen Testament zu finden sind. Recht so. Deshalb, weil uns die Bibel diesbezüglich Freiheit gibt, haben sich mehrere Leiter von Emerging Churches dazu entschlossen, neue Gottesdienste zu veranstalten. Dies ist aber nicht neu. Wahrscheinlich praktiziert Wolfang Bühnes Gemeinde etwas ähnliches.
Was ist mit dem Kindergottesdienst oder die Sonntagsschule? Das ist ein Extra-Gottesdienst. Wie ist es mit der Jugendstunde am Freitag? Biblisch gesehen ist das Gottesdienst (auch mal abgesehen von Röm 12,1). Man trifft sich, singt zusammen, tauscht sich aus, hört Gottes Wort, betet usw. Das ist ein Gottesdienst! Wir verstehen Gottesdienst lediglich als ein Gottedienst wo sich die komplette Gemeinde trifft. Das ist zwar unser neutestamentliches Vorbild – aber Jesus gibt uns Freiheiten, dieses Vorbild zu erweitern.
Bühne: Frauen weg aus dem Gottesdienst
Original-Zitat Don (sic) Kimball: „unabhängig davon, was Ihre Theologie zur Rolle der Frauen in der Gemeinde sagt, fände ich es sehr gut, wenn Sie Frauen so oft wie möglich auf die Bühne bringen würden, egal, ob für die Predigt, die Ankündigungen, Lobpreisleitung, Zeugnis geben oder Schriftlesung. Das ist für die EmERGInG ChuRCh ausgesprochen wichtig.“ (S. 146) Das ist nun wirklich keine „Retro-Spiritualität“,
die sich an biblischen Normen orientiert!
Das ist wieder ein Argument, dass aus Bühnes Tradition oder seinem theologischen Geschmack herrührt, aber nicht aus der Schrift. Bühne verwechselt Zeugnisgeben und Schriftlesung mit authoritativer Predigt vor der Gemeinde. Frauen haben in seiner Gemeinde komplett still zu sein. Frauen spielen bei Bühne eine untergeordnete Rolle. Und zwar nicht so, wie es die Bibel haben will („unterordnend“), sondern untergeordnet.
Andere bibeltreue Ansichten (auch von vielen Kollegen und Freunden Bühnes) sind seiner Meinung nach nicht zu diskutieren.
Bühne: Die Postmoderne ist eine vorübergehende Modewelle…
Postmodernität ist eine vorübergehende Modewelle, die in unserer kurzlebigen Zeit in Wohlstandsländern nur solche beeinflussen wird, die bewusst oder unbewusst ihre Fahne nach dem derzeitigen Wind richten.
Ich musste bei diesem Zitat erst einmal lachen, weil ich meinen Augen nicht trauen konnte. Ich dachte mir: jemand, der mit so vielen Menschen zu tun hat, der so belesen ist, kann so etwas doch nicht behaupten. Wo war Wolfgang Bühne in den letzten dreißig Jahren? Es ist kaum zu glauben, wie naiv und „weltfremd“ manche Menschen sind. Naja, ich glaube nicht dass er sich beleidigt fühlen würde, als „weltfremd“ bezeichnet zu werden.
Hier ist das Problem Bühnes: die Postmoderne ist nur ein Trend, nur ein fad. Es ist also nicht allzu ernst zu nehmen. Man sollte die Postmoderne zwar verstehen, aber die Postmoderne sollte keinen echten Einfluss auf unsere Dienstphilosphie unserer Gemeinde haben. Diese Ansicht erklärt vieles, was/warum Bühne in der evangelikalen Welt tut.
Wer hier und da mal seine Artikel oder Bücher gelesen hat (einige seiner Bücher sind wirklich empfehlenswert, wie Wenn Gott wirklich Wäre), weiß, dass Bühne sogar unter seinen Fundamentalisten-Kollegen Streit und Spaltung hervorgerufen hat.
Was ist Bühnes Alternative? Wir wissen, was er antworten würde: „Die biblische Alternative“. Es ist traurig zu sehen, wie manche Menschen wirklich denken, 100%ig richtig zu sein. Es ist traurig zu sehen, dass biblische Ausleger wie Bühne wirklich denken, ihre Sicht sei nicht von der Umwelt geprägt, in der sie selbst leben. Traurig zu sehen, dass viele Leute wie Bühne an Objektivität beharren, dort wo uns Gott Freiheit gegeben hat.