newlifechurch
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01:43:38 on August 7, 2006 | # |
Zugegeben, viele denken dass Mark Driscoll ein arroganter Mistkerl ist. Ich kann das überhaupt nicht verstehen. Ich liebe diesen Mann. Oder vielleicht liegt es daran, dass er mir dieses Buch gratis geschickt hat. Nee, es liegt wohl eher daran dass er auch Probleme hat, seine Klappe zu halten wie ich.Spaß beiseite, dieses vor kurzem erschienene Buch ist für mich wirklich der Knaller des Jahres geworden. Confessions of a Reformissio Rev ist quasi ein Rettungsring für mich geworden, oft gefrustet mit der Christenheit und mit mir selbst. Es ist gut zu lesen, dass man da in dem Kampf nicht allein ist. In diesem Buch beschreibt Mark Driscoll von der Mars Hill Church in Seattle (und seit neustem auch Blogger) das explosive Wachstum seiner Gemeinde. Faszinierend finde ich seine, hört hört, Demut in diesem Buch. Die Gemeinde ist gewachsen, trotz seiner Fehler (z. B. dem Schimpfen auf der Kanzel und in dieser Zeit nicht mehr tolerierten Männlichkeit). Und dies in einer der „unchristlichsten“ und Familien-unfreundlichsten Städten in den USA wie Seattle, der Geburtsstadt von Nirvana, Pearl Jam und dem Grunge. Eine Stadt, die mehr Hunde als Kinder hat. Faszinierend. Die Gemeinde geht nun auf 10.000 Besucher zu, sie ist einer der einflussreichsten Gemeinden in Amerika und ist im Gegenteil zu Gemeinden wie Willow Creek nicht nur schneller gewachsen als diese, sondern auch ohne Show oder Saddleback Sam. Und, nicht vergessen, trotz Mark Driscoll.
Eines Nachts ruft ihn ein junger Mann an: „Ich habe gerade masturbiert.“
„Was, nur das?“
„Ja!“ antwortete er. „Heute Abend habe ich ein Porno geschaut und masturbiert.“
„Ist der Porno vorbei?“ fragte ich.
„Ja“ sagte er.
„War es ein guter Porno?“ fragte ich.
Keine Antwort.
„Komm schon. Du hast den Porno schon gesehen und an deinem Werkzeug rumgespielt, was soll ich denn für dich tun?“
„Ich weiß es nicht. Du bist mein Pastor. Vielleicht könntest du für mich beten.“
Ehrlich gesagt wollte ich nicht beten. Also sagte ich das, was mir in den Kopf fiel: „Jesus, danke dass du ihn nicht getötet hast, weil er ein Perversling ist. Amen“
„Also gut,“ sagte ich zu ihm „du solltest dich jetzt schlafen legen. Rufe mich heute Nacht nicht mehr an. Du machst mich wütend.“
„Aber was soll ich denn jetzt machen?“ fragte er
„Du solltest aufhören, dir Pornos reinzuziehen und danach zu heulen. Werde erwachsen, alter. Ich habe keine Zeit bei dir jetzt Seelsorge zu machen, also musst du jetzt ein Mann sein und das selbst regeln. Es ist gut, dir eine nackte Frau anzuschauen. Also besorge dir einen Job, besorge dir eine Frau, mache sie nackt und schaue sie an. Ok?“ sagte ich.
„Ok, danke, Pastor Mark“
Das ist Mark Driscoll. Er ist sicherlich kein Gemeindekind wie der Rest von uns. Mich fasziniert seine Liebe zu Jesus und seine Leidenschaft und Unkompromissheit für ihn. Er berichtet in diesem Buch über die Anfangszeit von Emergent (der Club von McLaren usw.) und der Grund, warum er nicht mehr bleiben konnte. Er schreibt über Saddleback Church, seine Bedenken aber auch seine Bewunderung. Driscoll hat eine Sicht für die Welt. Er findet Hausgemeinden blöd, hat keine Angst manche Ideen von Frost & Hirsch zu kritisieren.
Ok, Driscoll liebt das Evangelium mehr als Menschen. Aber im heutigen Christentum der USA, wo man Menschen mehr liebt als das Evangelium, finde ich das verständlich. Er kennt seine Fehler, kennt seine Grenzen – und vor allem kennt er seinen Jesus.
Dieses Buch wird sicherlich von keinem deutschen Verleger übersetzt, das wäre provokativer und skandalöser als die Volxbibel. Aber ich bin dankbar für dieses Buch und werde es jedem in die Hand drücken, der wirklich die nackte Realität des Dienstes erfahren will.



Alex 5:10 on 7 August, 2006 | #
hey,
wie kann ich an das buch kommen?
mein englisch ist leider nur mittelmaß, reicht das zum lesen?
schreib mir doch bidde ne mail…
Peter Aschoff 3:28 on 8 August, 2006 | #
Das ist ein wirklich knackiger Dialog, den Du da zitierst, Danny. Nur der Schluss („besorge dir einen Job, besorge dir eine Frau, mache sie nackt und schaue sie an“) bleibt ein klitzekleines Stück zurück hinter dem Respekt, mit dem Jesus Frauen behandelt hat – findest Du nicht…?
Danny 6:55 on 8 August, 2006 | #
Keine Ahnung, Peter. Das musst du schon Mark fragen. Ich weiß nicht ob Jesus das sagen würde, oder nicht.
Gruß
Danny
kapeka 12:34 on 9 August, 2006 | #
Naja, ich denke nicht, dass Mark selber allem zustimmen würde, was er irgendwann mitten in der Nacht gesagt hat. Er beschreibt in meinen Augen ja nur, was passiert ist. Ich müsste das Buch natürlich lesen, aber ich denke nicht, dass das ein Buch ist, dass zeigen soll, _wie_ man es macht, sondern eher, wie _er_ es gemacht hat. Und ein wenig Ehrlichkeit solcher „Helden“ würde auch uns Anfänger ermutigen, weil man nicht das Gefühl hat, Superman sein zu müssen, wenn man Verantwortung in der Gemeinde hat.
Peter Aschoff 9:11 on 9 August, 2006 | #
Nicht kneifen: Wie machst Du das denn mit Deiner Frau Danny (also rein sprachlich, darum gings ja primär)? Redet Ihr so über Eure Beziehung, dass der andere wie ein Objekt darin erscheint (und was wäre in diesem Fall eigentlich noch der Unterschied zum Porno)?
Also, ich hab den Spruch mal meiner Frau vorgelesen. Sie ist ein ausgesprochen friedlicher Mensch, aber Macho Driscoll sollte ihr wirklich nicht in die Quere kommen.
Gibts eigentlich auch Frauen, die das Männergespräch hier lesen? Was denkt Ihr denn dazu?
Andrea Reinhard 9:12 on 16 August, 2006 | #
Tja, ich als Frau finde diesen Satz von Mark Driscoll ätzend, um es milde auszudrücken!! Eine Frau ist doch kein Ding, das man einfach besorgen und nackt machen kann!!
Meiner Meinung nach ist dieser Satz ein krasser Spiegel der Gesellschaft, Was ich immer wieder höre, dass z.B. der Ausgang am Wochenende nur ein Ziel hat – genau dies, was Mark gesagt hat: besorgen und nackt machen! Meistens bleibt es ja dann nicht beim „ansehen“, wenn so etwas geschieht.
Ich habe eine Weile im Gartenbau gearbeitet und oft gehört, wie unter Männern über Frauen gesprochen wurde… Und ich habe öfters gespührt, dass die Machosprüche dieser Typen nicht unbedingt mit der Realität zusammenhängen. Um so mehr habe ich mich genervt daran, dass das Gespräch über Frauen so abwertend sein muss!! Um einander zu beeindrucken?
Als Seelsorger, finde ich, sollte man etwas differenzierter auf ein solch empfindlichen Problem des anderen eingehen, als mit der respektlosen Sprache ‘der Bauarbeiter’!
Ich weiss , dass es sehr viele ‘nette Typen’ gibt in dieser Branche. Eigentlich meine ich ja nicht den Beruf, sondern welche Art von Sprache und Haltung jemand hat: Sie hängt mit der Einstellung, den Wertvorstellungen und dem Charakter eines Menschen zusammen.
Christian 9:34 on 16 August, 2006 | #
ehm ??? … siehe Kommentar 004 … kann mir nicht vorstellen das der mit Piper ne Konferenz machen würde, wenn das sein „How to …“ wäre.
kapeka 9:15 on 16 August, 2006 | #
@Andrea: Du hast also noch nie was schlechtes über Männer gesagt? Respekt
Pastor Sändy - “Tritt forsch auf. Machs Maul auf. Hör bald auf.” Martin Luther. 11:29 on 28 August, 2006 | #
[...] Soomah (ich hab immer noch keine Ahnung wie der werte Blogger in Wirklichkeit heisst) schreibt hier über ein neues Buch von Mark Driscoll. Der Herr Driscoll ist Pastor bei Mars Hill in Seattle (Nicht Mars Hill in Grand Rapids…) und schreibt in seinem Buch Confessions of a Reformission Rev über das rasante Wachstum der Gemeinde. Scheint sehr lustig zu sein, so wie Soomah darüber schreibt, muss ich es haben!!!! Steht ganz oben auf der Liste… [...]
Pastor Sandy 10:27 on 28 August, 2006 | #
@ alle…
also wo ich jetzt unter 009 hier eh schon herangezogen werde als „verweiser“ möchteich noch mal selbst was sagen.
ich werde im freudeskreis als eiserne emanze verschrieen, muss aber als solche sagen, ich finde den Driscoll echt amüsant.
vielleicht nicht in der hinsicht, dass er „frauen“ als objekt zum angucken darstellt, aber dass er endlich mal unverkrampft mit sexualität generell umgeht – egal ob männlch oder weiblich. (Kommt ja gerade in den Staaten eher selten vor…).
und ausserdem, was man nicht vergessen sollte, ich denke, da der Driscoll ja auch ein lustiger knochen ist, ist es halt auch nicht seelsorgerliche theorie erste güte und als theologie und sexualethik anzusehen, sondern einfach etwass zum schmunzeln…