newlifechurch
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12:45:22 on April 17, 2006 | # |
Es ist eine Tatsache, dass die meisten Christen es nie erfahren werden, ihre Freunde und Bekannte zum Glauben zu bringen. Eine Statistik aus Amerika: 80 % bekennende Christen werden sterben, ohne jemals ein geistlich-evangelistisches Gespräch geführt zu haben. Die Urchristen würden sich den Kopf schütteln (oder vielleicht schütteln sie sogar in diesem Moment den Kopf) über dieses Desaster. Man musste früher einen Christen kennen, um selbst Christ zu werden.So, weiter mit unseren Evangelisations-Mythen:
- Man muss weit fortgeschritten sein
Das haben wir alle ziemlich weit hinten im Hinterkopf. Ich muss irgendwie perfekt sein, um Jesus weitergeben zu können. Deshalb haben wir in unseren Gemeinden sog. „Evangelisationswochen“, damit wir einen professionellen Redner (bzw. „Überzeugungskünstler“) anheuern können, unsere Freunde zu „manipulieren“. Sie sind fähiger und weit überzeugener.
Persönlich habe ich dies vor einigen Jahren erfahren, als wir zu einer Evangelisationswoche in einer russlandsdeutschen Gemeinde gegangen sind. Sie hatten Werner Gitt eingeladen, der über das Thema Schöpfung/Evolution sprach. Nach seinem Vortrag gab er einen Aufruf, dass diejenigen, die sich für Jesus interessieren würden, mit in ein kleines Zimmer gehen sollten. Dort wollte er ihnen dann helfen, eine „Entscheidung“ zu treffen.
(Nebenbei. In christlichen Kreisen ist der Begriff „Entscheidung“ immer eine positive Entscheidung gemeint.)
Unsere damalige Bekannte hatte interesse und folgte ihm in ein kleines Büro – wir gingen sicherheitshalber mit. Dort fuhr er die nächste halbe Stunde fort, die Leute mit so einer Überzeugungskraft überzeugen zu wollen, wie ein Staubsaugerverkäufer an der Haustüre. So etwas hatte ich nicht erlebt. Er drängte unsere Freunding auf eine Entscheidung – ja fast schon mit Zwang. Sie wollte persönlich Zeit zum Überlegen haben – was er nicht zuließ. Er ließ erst los, als er ihre Adresse hatte, damit er ihr seine Traktate schicken konnte.
- Hauptsache Gott
Das kriege ich bei Teens oft zu hören, die zwar anders leben wollen wir ihre ungläubigen Freunde, aber irgendwie doch nicht. Und besonders die jungen Mädels, die eine Freundschaft mit ungläubigen Jungs rechtfertigen wollen. „Aber er glaubt doch an Gott! Ist das nicht die Hauptsache?“ Nein.
Das Ziel von Evangelisation ist es nicht, Theisten zu machen, also an Gott gläubige Menschen. Wenn das unser Beweggrund ist, dann verschwenden wir eine Menge Zeit. An Gott zu glauben heißt gar nichts. Jakobus schreibt:
Du glaubst, daß nur einer Gott ist? Du tust recht; auch die Dämonen glauben und zittern. (Jak 2,19)
Es geht um Jesus. Nicht um irgend einen Gott. Jesus ist unser Gott.
- Hauptsache, sie haben’s gehört
Ich habe mir damals in der Bibelschule viele Feinde gemacht. Das war sonst nicht ungewöhnlich. Aber einmal hatte ich bei meinen Mitschülern jede Menge Ärger eingehandelt, weil ich mitten während des Vortrags eines Mitschülers laut „Buuuuuhhhhh“ rufte.
Es ging nämlich um eine Straßenevangelisation (ein anderes Thema), die ein paar Mitstudenten organisiert hatten. Offensichtlich hatten sie dabei wenig Erfolg – was ein Wunder. Nun regte sich mein Mitschüler dann so auf, dass er dann anfing, die Leute auf der offenen Straße schreiend anzupredigen. Nun stand er vor uns da und erwartete Lob: „Leute, wir sind nicht für die Resulatate zuständig. Mir ist es egal, ob sich die Leute bekehren. Hauptsache sie haben es gehört!„
Buuuuuhhhhh.
Wir rechtfertigen unsere schlechte Methoden durch Gott. „Ihre Herzen waren einfach zu hart, sie wollten einfach nicht hören.“ Interessanterweise höre ich diese „Ausreden“ immer bei denen, die fragwürdige Evangelisationsmethoden wie Tür-zu-Tür, Straßenpredigten oder Schuhe-Putzen benutzen.
Ich bin davon überzeugt, dass Herzen offen sind. Jesus sagt selbst dass die Felder reif sind zur Ernte. Besteht die kleinste Möglichkeit, dass es vielleicht an uns liegen könnte, dass Deutschland vor die Hunde geht?
Später gehts weiter mit…
Bloß keine Verpflichtungen
Es gibt so-und-soviele Schritte
Veränderung kommt über Nacht


