Soomas altes Blog

newlifechurch

  • 08:13:46 on Januar 21, 2006 | # | 2

    Verfolge momentan die Posts von Martin, Markus und Daniel und habe mir da auch einge Gedanken über das Thema Geld gemacht. Ich finde ihre Posts sehr interessant und hilfreich – möchte aber einiges hinzufügen, wenn ich darf. Ich denke auch, dass wir Christen mit dem Thema Geld sehr einseitig umgehen.

    Manche versprechen Geistlichkeit durch das Wohlstandsevangelim. Andere versprechen Geistlichkeit durch Verzicht, Armut und eine Art Mönchtum. Eine interessante Beobachtung gemacht habe: das Wohlstandsevangelium ist besonders für diejenigen Menschen verlockend, die in armen Ländern leben (z. B. in Osteuropa, in Afrika, in Südamerika). „Armutsevangelium“ wird dort gepredigt, wo man vor lauter Geld, Essen und Ressourcen beinahe kotzen muss (Europa, Amerika).

    Verzichtgebote jeder Art, die eine tiefere Spiritualität versprechen, sind genauso irreführend wie Versprechungen von Wohlstand:

    Das alles hat zwar einen Anschein von Weisheit, in eigenwilligem Gottesdienst und in Demut und im Nichtverschonen des Leibes – also nicht in einer gewissen Wertschätzung – dient aber zur Befriedigung des Fleisches. (Kol 2,23)

    OK, was ist dann der Weg, den man als Christ gehen sollte? Nun, ich habe in BibleWorks eine Suche nach dem Stichwort Geld, Armut und Besitz in den Sprüchen Salomos gemacht – die ich sehr hilfreich finde, die aber im christlichen Kontext über dieses Thema vernachlässigt wird. Manchmal echt schockierend:

    1. Benutze Geld, um dir Freunde zu „kaufen“:Selbst seinem Nächsten ist der Arme verhaßt, aber die Freunde des Reichen sind zahlreich. (Sprüche 14,20)

      Du glaubst mir nicht? Nun, hör mal was Jesus sagte:

      Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, man euch aufnehme in die ewigen Zelte! (Lukas 16,9)

    2. Viele sind arm, weil sie faul sind:Arm wird, wer mit lässiger Hand schafft, aber die Hand der Fleißigen macht reich. (Sprüche 10,4)
    3. Gott bestimmt, wer reich oder arm ist:Reiche und Arme begegnen sich; der sie alle gemacht hat, ist der HERR. (Sprüche 22,2)
    4. Ein gesundes Mittelmaß ist für Christen angesagt:Armut und Reichtum gib mir nicht, laß mich das Brot, das ich brauche, genießen, damit ich nicht, satt geworden, leugne und sage: Wer ist denn der HERR? – und damit ich nicht, arm geworden, stehle und mich vergreife an dem Namen meines Gottes! (Sprüche 30,8-9)

    Hier sind natürlich nur einige kontroverse Bibelverse aufgeführt. Natürlich spricht Jesus davon, dass es Reiche schwerer haben, in das Himmelreich zu kommen. Wir sollten daher unsere Schätze im Himmel sammeln. Das ist klar. Aber Armut, finde ich, ist nicht die Lösung. Die Lösung ist die Zufriedenheit durch die Kraft, die Gott uns gibt.

    Nicht, daß ich es des Mangels wegen sage, denn ich habe gelernt, mich darin zu begnügen, worin ich bin. Sowohl erniedrigt zu sein, weiß ich, als auch Überfluß zu haben, weiß ich; in jedes und in alles bin ich eingeweiht, sowohl satt zu sein als auch zu hungern, sowohl Überfluß zu haben als auch Mangel zu leiden. Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt. (Phil 4,12-14)

     

Comments

  • Hufi 10:50 on 21 Januar, 2006 | #

    Guter Post, der zeigt, wie vielschichtig das Thema in der Bibel ist. Teilweise wird Reichtum als Segen Gottes bezeichnet, teilweise die Reichen heftigst kritisiert…
    In meiner Arbeit, habe ich noch mehr dazu geschrieben, werde ich vielleicht bald noch veröffentlichen.

    Ach so, ich glaube du meinst Martin nicht Storch…

    Daniel

  • Martin 3:59 on 22 Januar, 2006 | #

    was für eine verwechslung…;+)
    Finde deine Gedanken auch gut. MIr ging es vor allem ja dadrum, mal eine Gegenmeinung zu posten über das was in einigen Kreisen wieder gelehrt wird. Es fehlt dann nämlich nicht mehr viel zu sagen „Hast du kein Geld, dann stimmt was nicht mit deinem Glauben. Ein Christ ist immer Reich, dass will Gott so!“ Diese Aussage ist einfach krass daneben.


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