newlifechurch
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03:42:27 on April 22, 2005 | # |
Wieso ich gerne „predige“: Um anderen meine Narben zu zeigen
Ich muss zu Beginn dieses Postings ein bißchen schmunzeln und über Bart Simpson nachdenken, der seit vielen Jahren einer meiner Lieblingshelden ist. Ich erinnere mich an eine Szene, wo er vor einer Traube von Mitschülern im Schulhof seine viele Narben zeigt und die Abenteuer und Kämpfe nacherzählt, dessen Narben davon zeugen. Seine Mitschüler stehen um ihn herum und sind nur fasziniert: „Cooooooooool!“
Ich habe in den letzten Postings schon ausführlich davon gesprochen, wie überzeugt ich von der Tatsache bin, dass Gott (immer noch) zu uns sprechen will und dass er uns dazu gebraucht. Ich bin aber genau so davon überzeugt, dass ein „Prediger“ unter der Woche genauso viele Schlachten und Abenteuer erlebt, wie der durchschnittliche Zuhörer.Der Prediger ist nicht ausgenommen von Ängsten und Zweifel. Ja oft ist er sogar viel viel anfälliger für Anfechtungen und Versuchungen. Aber was ist das Bild, das wir oft von einem Prediger haben? Hoch erhaben über jeden Zweifel und sieben Tage die Woche wohl behütet in den Händen Gottes getragen. Keine Narben. Keine Kämpfe. Keine Tränen.
Ich predige gerne, weil ich anderen meine Narben zeigen will. Das bedeutet auf keinen Fall, jeden Sonntag eine seelische Kotzorgie auf der Kanzel zu veranstalten. Es bedeutet, „normal“ und verwundbar zu sein. Sein Herz zu zeigen. Anderen die Siege und Niederlagen im eigenen Leben zu offenbaren. Ein Vers, der mir das besonders deutlich gemacht hat, fand ich im 1 Thessalonicherbrief:
Ich hatte eine solche Zuneigung zu euch, daß ich bereit war, nicht nur Gottes Gute Nachricht mit euch zu teilen, sondern auch mein eigenes Leben. So lieb hatte ich euch gewonnen. (1Thess 2,8)
Ich bin davon überzeugt, dass wenn wir im gesunden Maße von unseren alltäglichen Schlachten erzählen, sich Trauben um uns herum bilden werden, die gespannt und voller Erwartung zuhören werden. Sie werden zur Heiligkeit motiviert. Sie lernen, wie man im normalen Alltag mit Jesus leben kann. Sie lernen, dass auch die heiligsten Gläubige nicht alle Antworten haben. Und das wichtigste, das was Paulus oben in dem Vers gesagt hat: sie bekommen die Liebe zu spüren, die wir zu ihnen haben.
Coooooooooool!



Marlin 5:37 on 22 April, 2005 | #
Hi Danny, gute Gedanken! Ich denke, dass Prediger (wie alle Menschen) in ihrer Schwachheit stark sind. Allerdings ist immer die Gefahr, dass man die Schwachheit instrumentalisiert. Ich erzähle das, was Wirkung erzielen soll (meine Narben zeigen). Zeige ich wirklich alles? Natürlich nicht. Wer kann das schon? Wer würde das verkraften? Dann ist die Frage, wie echt man ist und wir stimmig was rüber kommt. Naja, nur Gedanken…
Daggi 10:15 on 22 April, 2005 | #
Hallo Danny,
das ist ja eine Überraschung. Hat mich ja wirklich gefreut, dich auf meinem Blog zu finden. Toll, hier nicht „alleine “ zu sein. Let’s stay in touch…